Übersetzungstipps für die verarbeitende Industrie

Sprache wird auf ganz vielfältige Weise eingesetzt – beispielsweise um eine andere Person zu überreden, zu bewegen, mitzureißen, zu unterhalten oder um über komplexe Datenstrukturen zu sprechen. Die Fachsprache der verarbeitenden Industrie ist im Allgemeinen technischer Natur und zielt nicht darauf ab, den Leser überzeugen zu wollen. Vielmehr soll sie Informationen besonders präzise wiedergeben.

Deswegen erfordern Produktspezifikationen, Schulungsunterlagen, Bedienungsanleitungen, Gesundheits- und Arbeitsschutzmaßnahmen sowie andere technische Unterlagen eine besonders genaue Übersetzung.

Dies kann sich als schwierig erweisen, wenn ein Übersetzungsprojekt aus großen Wortmengen besteht oder sehr kurze Lieferfristen veranschlagt sind. Es gibt jedoch eine Reihe bewährter Praktiken, mit denen Sie die Arbeitsabläufe deutlich verschlanken können, ohne Abstriche bei der Übersetzungsqualität hinnehmen zu müssen.

Entscheiden Sie sich für Fachübersetzer

Es ist im Grunde genommen ganz einfach: Wenn Sie nicht genügend Fachwissen in einem bestimmten Bereich besitzen, wird es weit schwieriger, Fachtexte zu übersetzen. Das kann auf jedes Fachgebiet zutreffen – ob Sie nun in einem bedeutenden Fachbereich wie Medizin oder Finanzwesen  oder in einem der zahlreichen Nischenmärkte tätig sind. In Teilsektoren der Fertigungsbranche kann der Prozess deutlich vereinfacht werden, wenn man sich für die Zusammenarbeit mit Übersetzern entscheidet, die ein großes Fachwissen über die relevanten Produkte besitzen oder die Terminologie beherrschen sowie Übersetzungserfahrungen auf diesem Gebiet mitbringen.

Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachübersetzern kann schnelle und fehlerfreie Übersetzungsergebnisse liefern. Bei Experten schleichen sich im Falle von technischen Übersetzungen seltener Fehler ein und sie arbeiten in der Regel schneller, weil sie nicht so häufig recherchieren oder nachfragen müssen. Aber auch Korrekturleser müssen mit dem Fachgebiet vertraut sein, wenn sie Qualitätskontrollen durchführen.

Der Einsatz fest zugeteilter Übersetzer bei fortlaufenden Projekten kann zu einer einheitlicheren und vertrauteren Schreibweise und Terminologie führen und zugleich den Übersetzungsprozess beschleunigen.

Die passende Terminologie verwenden

Selbst ein Fachübersetzer benötigt Informationen über die exakte Terminologie, die er für einen bestimmten Kunden oder ein spezielles Projekt benötigt. Nicht alle Unternehmen, die in einer speziellen Branche arbeiten, verwenden dieselbe Terminologie für die gleichen Dinge. Dies bezieht sich zwar auf Fachsprache und Fachbegriffe, aber es träfe genauso auf die Ausdrucksweise und bevorzugte Formulierungen zu.

Wenn zwei oder mehrere Sprachexperten unabhängig voneinander an demselben Projekt arbeiten, sollten sie auf dieselbe Terminologie zugreifen können, um einheitlich zu arbeiten. Dies kann gewährleistet werden, indem für ein einzelnes oder fortlaufendes Projekt ein Terminologieextraktionstool sowie ein Translation Memory (TM) verwendet werden. Letzeres ist eine Datenbank, die Segmente zuvor übersetzter Inhalte sowie bestätigte Fachbegriffe speichert.

Bevor der erste Übersetzungsauftrag vergeben wurde, ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Hersteller bereits über ein TM verfügt. Warum auch? Es ist jedoch anzunehmen, dass er eine Terminologie-Liste oder ein Glossar in der eigenen Sprache führt, die als Basis für ein TM genutzt werden können. Ein TM kann wie ein selbstständiges Projekt angelegt und durch neu hinzukommende Übersetzungen schrittweise aufgebaut werden. Je mehr Übersetzungen durchgeführt werden, desto besser lernen der Übersetzer  sowie das TM die bestätigte Terminologie kennen – was zu noch effizienteren Übersetzungsergebnissen führt.

Nur Korrekturleser aus dem Zielland beauftragen

Die Nachkontrolle gilt bei einem Übersetzungsprojekt als finale Qualitätsüberprüfung und sollte im Zielland erfolgen. Der übersetzte Text wird einem Muttersprachler vorgelegt, der die Übersetzung durchliest und in Hinblick auf Formulierung und Genauigkeit überprüft.

Korrektoren aus dem Zielland sollten niemals Personen sein, die einfach nur die Zielsprache gut beherrschen. Man würde auch keinem Ingenieur Marketingtexte zur Beurteilung überlassen. Ebenso würde man keine technische Anleitung von einem Marketing-Fachmann kontrollieren lassen. Korrektoren sollten jedoch nicht nur Muttersprachler der Zielsprache sein, sondern auch die Ausgangssprache sehr gut beherrschen. Andernfalls könnten sie kaum feststellen, ob die Übersetzung tatsächlich korrekt angefertigt worden ist oder nicht.

Speziell ausgebildete Korrekturleser aus dem Zielland können Zugriff auf das TM eines Unternehmens erhalten und in den Prozess der Erstellung und Pflege einer Terminologie-Datenbank eingebunden werden sowie neue Fachbegriffe in der jeweiligen Zielsprache für zukünftige Projekte genehmigen.

Bei Übersetzungen für die Fertigungsbranche spielen Schnelligkeit und Genauigkeit eine große Rolle – wie in der verarbeitenden Industrie überhaupt. Beides können Sie erreichen, indem Sie das geeignete Fachübersetzerteam und die passende Technologie einsetzen sowie angemessene Korrekturabläufe durchführen.

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