Tops und Flops bei der E-Commerce-Übersetzung

Einer der größten Vorteile des E-Commerce ist es, dass Sie auf diesem Wege neue Kunden auf der ganzen Welt erreichen können. Tatsächlich ist Englisch noch immer die am meisten verwendete Internetsprache,  und englischsprachige E-Commerce-Märkte sind enorm groß. Laut einer Studie von emarketer belief sich der US-amerikanische Markt im vergangenen Jahr auf 305 Milliarden USD, und die Pro-Kopf-Ausgaben der britischen Online-Konsumenten waren so hoch wie in keinem anderen Land.

Diese Zahlen spiegeln jedoch gerade einmal etwa ein Viertel der Gesamtausgaben wider. Der mit Abstand größte Binnenmarkt ist China. Wenn auch Sie aus dem Potenzial des E-Commerce schöpfen wollen, müssen Sie die Sprache Ihrer Kunden sprechen und Ihren Content entsprechend übersetzen.

Top: Einen Zielmarkt anvisieren

Laut TechCrunch können 90 Prozent der Online-Kunden mit 25 Sprachen erreicht werden. Das Lokalisieren Ihres Contents kann viel Zeit und Geld kosten, aber für gewöhnlich lohnt sich dieser Einsatz. Einige Lokalisierungsprojekte sind reaktiv. Sie haben vielleicht schon entdeckt (entweder über Tools wie Google Analytics oder durch Ihre eigenen Umsatzzahlen), dass Sie in bestimmten Märkten besonders viel Beachtung finden.

Andere sind eher spekulativ. Vielleicht haben Sie bei dem einen oder anderen Markt schon eine Ahnung, dass Ihre Produkte oder Dienstleistungen dort gut angenommen werden könnten. Einen umfangreicheren Vorstoß in neue Märkte sollten Sie aber erst dann wagen, wenn Sie gründlich Marktforschung betrieben haben.

Top: Nicht nur übersetzen, auch lokalisieren

Eine Übersetzung ist ohne Frage wichtig. Wenn Sie jedoch in einen neuen Markt vordringen möchten, sollten Sie einen umfassenden Lokalisierungsprozess ins Auge fassen. Darunter könnte beispielsweise eine Transkreation fallen – das ist die Kunst, einen Text in einer Fremdsprache komplett neu zu schreiben. Diese spezielle Form der Übersetzung ist notwendig, um Ihren Content – unter anderem auch Videos – sprachlich auf den Zielmarkt anzupassen.

Preise sowie Uhrzeits- und Datumsformate sollten den Gepflogenheiten des Ziellandes entsprechen, und eventuell lohnt es sich, sogar Design-Elemente entsprechend anzupassen. Achten Sie bitte auch darauf, dass Bilder, die Sie möglicherweise verwenden, in dem Zielland nicht anstößig wirken. Hilfreich ist es in diesem Fall, Darsteller zu wählen, die aus dem anvisierten Zielland stammen.

Lokalisieren Sie komplett mit separaten Websites, die über lokale Domains laufen (beispielsweise „.fr“ für Frankreich oder „.ru“ für Russland). Auf diese Weise vermitteln Sie den Eindruck, dass es sich bei Ihrer Website um einen lokalen Akteur handelt. Zudem verschaffen Sie sich so im Rahmen der lokalen Suchergebnisse eine gute Position im Suchmaschinenranking.

Top: Im Voraus planen

Selbst wenn Sie reaktiv lokalisieren oder ein oder zwei neue Märkte auf einmal erschließen wollen, können Sie später noch mehr Zeit und Aufwand sparen, indem Sie Ihre E-Commerce-Websites von Anfang an flexibel aufbauen. Für eine angepasste, von der Basis aus aufgebaute Website können Sie sogenannte Cascading Style Sheets (CSS) einplanen, die es Ihnen ermöglichen, die Design-Elemente getrennt vom Content zu behandeln. Ein einfach gestalteter Content ist hilfreich bei künftigen Übersetzungen, und wenn Sie von vornherein mehr Platz berücksichtigen, können Sie später eine Sprachversion hinzunehmen, die für dieselben Informationen mehr Zeichen benötigt.

Flop: Automatische Übersetzungen vermeiden

Automatische Übersetzungstools übersetzen Ihren Content zwar im Handumdrehen, aber verlassen sollten Sie sich auf die ausgegebene Qualität besser nicht.

In einigen Fällen ist es jedoch auch mit Übersetzungstechnologie möglich, eine gute Qualität zu erreichen. Durch verschiedene Nachbearbeitungsvarianten lassen sich ausgezeichnete Übersetzungsergebnisse in einem Bruchteil der Zeit realisieren, weil ein erfahrener Fachübersetzer die maschinell angefertigte Übersetzung noch einmal gründlich überprüft und korrigiert. Kundenspezifische Übersetzungsglossare und Datenbanken gewährleisten die Verwendung einheitlicher Ausdrucksweisen, Produktnamen und Fachbegriffen – und zwar bei allen Ihren Inhalten.

Flop:  Teilweise übersetzen

Manche E-Commerce-Websites bieten nur teilweise eine Übersetzung an, beispielsweise lokalisierte Preise und Versandmöglichkeiten, aber die Produktbeschreibungen und Informationen bleiben in der Ausgangssprache. Das kann beim potenziellen Kunden Enttäuschungen hervorrufen, sodass er die Website vielleicht kein zweites Mal besucht. Aber auch die sogenannten Web-Crawler, die Website-Inhalte prüfen, reagieren irritiert auf solche Websites, was sich nachteilig auf Ihre SEO-Bemühungen auswirken könnte.

Eine sorgfältige E-Commerce-Übersetzung und Lokalisierung kann zwar einige Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen, aber dies ist der vielversprechendste Weg, um Auslandmärkte zu erobern und alle Vorteile möglicher E-Commerce-Angebote zu nutzen.

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