SMS und Chat: Sprachwandel oder Sprachverlust?

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie sich unsere Sprache durch SMS, WhatsApp und Chat entwickelt? Wenn Sie Kinder im chatfähigen Alter haben, werden Sie sich vermutlich sogar schon Sorgen gemacht haben, was von unserer Sprache wohl noch übrig bleiben wird.

Besonders gern werden bei Chats und SMS Artikel eingespart. Aber auch andere Abkürzungen und die Kleinschreibung prägen die schriftliche Unterhaltung von heute. Hinzu kommen stattdessen Smileys für jede Gemütslage, die längst ein ästhetisches Eigenleben führen.

Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die Schnelllebigkeit der heutigen Zeit und den Platzmangel, wenn das Zeichenvolumen begrenzt ist. Außerdem lässt die Schnelligkeit der Dialoge keine Zeit mehr für eine korrekte Schreibweise.

Andererseits lieben es die Freunde der modernen schriftlichen Kommunikation, mit Buchstaben und Zeichen zu experimentieren – eine Form der Kreativität, die mit der Tastatur ausgelebt wird. In den siebziger Jahren beispielsweise war die Jugendsprache mit comicsprachlichen Ausdrücken wie „ächz“, „würg“ oder „stöhn“ gespickt, die irgendwann aus dem Sprachgebrauch wieder verschwanden. Sie galten bei der nächsten jugendlichen Generation als altbacken.

Linguisten wie Beate Henn-Memmesheimer, Linguistikprofessorin an der Universität Mannheim, geben Entwarnung. Heutzutage passen viele Nutzer ihre Schreibweise und ihren Stil an ihren Gesprächspartner an. Tagsüber wird am Arbeitsplatz korrektes Hochdeutsch gesprochen, abends versinkt man im Chat mit schluderigem Redeschwall. „Man könnte deshalb sogar von einer gestiegenen Schriftkompetenz sprechen“, so die Linguistikprofessorin.

Doch Beate Henn-Memmesheimer warnt: „Natürlich beherrschen nicht alle Nutzer diesen souveränen Umgang mit der Sprache.“ Bestimmte gesellschaftliche Gruppen seien für die Standardsprache, wie sie in der Schule vermittelt wird, wenig empfänglich.

Es zeichne sich jedoch ab, dass eine „größere Standardnähe“ in den Vordergrund rückt. „Das hat mit dem Wunsch nach vorteilhafter Selbstdarstellung im Netz zu tun“, erklärt die Linguistikprofessorin und fügt hinzu: „Seit das soziale Netzwerk vielen Nutzern als privates und berufliches Aushängeschild dient, wird dort in vielen Kreisen wieder mehr Wert auf ordentliches Deutsch gelegt.“

So aussichtslos ist die Lage also nicht. Wir von Lingo24 lieben alle Sprachen und verfolgen sprachliche Entwicklungen ganz genau. Die Linguisten, mit denen wir zusammenarbeiten, leben auf der ganzen Welt und übersetzen ausschließlich in ihre Muttersprache. Dadurch ist es uns möglich, beinahe jede erdenkliche Sprachkombination anzubieten. Probieren Sie es doch einmal aus und kontaktieren Sie uns.