Schweizerdeutsch und Deutsch im Vergleich

Wann ist Deutsch nicht gleich Deutsch? Ganz klar: wenn es Schweizerdeutsch ist.

Vor kurzem berichteten wir in unserem Blog über den starken Schweizer Franken und wie er dafür sorgt, dass Schweizer im nahegelegenen (und preisgünstigeren) Deutschland einkaufen.

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Diesem Umstand sollten Online-Händler auf der ganzen Welt derzeit Rechnung tragen und in der Schweiz Marketing betreiben, besonders im deutschsprachigen Teil der Schweiz. Gewiefte Unternehmer sind gut damit beraten, dieses mit Hilfe des fremdsprachigen Internets umzusetzen.

Eine Studie des Common Sense Advisory Panel beweist, dass Internetnutzer viermal eher dazu bereit sind, in Online-Shops zu bestellen, wenn sie die entsprechenden Informationen und die Preise in ihrer Muttersprache erfahren.

Ganz so einfach ist es mit der Muttersprache der Schweizer aber nicht, da es vier offizielle Landessprachen gibt. Mit  etwa 64% ist Schweizerdeutsch mit einigen Dialektformen die meist gesprochene Sprache in der Schweiz, was einem Bevölkerungsanteil von 4,6 Millionen entspricht. Darauf folgen Französisch (20%), Italienisch (6,5%) und Rätoromanisch (0,5%).

Selbst wenn man sich auf die meistgesprochene Sprache, eben das Schweizerdeutsch, beschränkt, ist es nicht damit getan, die deutsche Sprache für schweizerische Internetauftritte zu verwenden. Abgesehen davon, dass die Aussprache und Grammatik sich deutlich unterscheiden, sind weitere Abweichungen zu beachten, wenn man in der Schweiz effektiv Marketing betreiben will. Doch damit nicht genug - Schweizerdeutsch existiert als Schriftsprache nicht. Stattdessen wird eine Form des Hochdeutschen verwendet, Schriftdeutsch genannt. Dieses weicht jedoch ebenfalls vom gewöhnlichen Schriftdeutsch ab.

Sehen wir uns einige auffällige Unterschiede einmal näher an:

  • Der deutsche Buchstabe „ß“ wird in der Schweiz „ss“ geschrieben.
  • Im Schweizerdeutschen werden Zahlen so geschrieben: 23'000,50, im Deutschen dagegen mit Punkt 23.000,50 oder Leerschritt 23 000,50.
  • Bei einigen Substantiven verwendet das Schweizerdeutsche andere Artikel, beispielsweise das E-Mail statt die E-Mail.
  • Wenn es für ein Wort mit ein und derselben Bedeutung eine deutsche und eine anderssprachige Variante gibt, wird im Schweizerdeutsch meist das Fremdwort verwendet, beispielsweise Billet statt Ticket oder Trottoir statt Bürgersteig.
  • Jargon und Terminologie können sich ebenfalls stark unterscheiden, beispielsweise ist ein Mobiltelefon in Deutsch ein Handy, im Schweizerdeutschen ist es ein Natel.

Natürlich sind das nur einige wenige und nicht wirklich gravierende Unterschiede. Dennoch zeigen bereits diese Beispiele, wie wichtig es für ein erfolgreiches Marketing in der Schweiz ist, für die Übersetzung einen schweizerischen Muttersprachler einzusetzen.

Auf diese Weise erhält man nicht nur eine korrekte Übersetzung, auch sämtliche linguistische Feinheiten des Schweizerdeutschen werden berücksichtigt, was ein deutscher Muttersprachler nur schwer umsetzen könnte.

Wir hoffen, dass Sie unseren kleinen Ratgeber hilfreich fanden. Wenn Ihnen noch weitere gute Beispiele für die Unterschiede zwischen deutscher und schweizerdeutscher Sprache einfallen, hinterlassen Sie uns doch bitte einen entsprechenden Kommentar.