Matthias Zeis im Interview: Magento – komplex, aber flexibel

Magento wächst – und das mit großem Erfolg. Um mehr über diese Entwicklung zu erfahren, hat Lingo24 einen Magento-Experten befragt: Matthias Zeis. Wir sind gespannt, wie er die Zukunft des E-Commerce sieht, warum Magento aus seiner Sicht so beliebt ist – und natürlich, was er von einer Plugin-API für Übersetzungen und der Internationalisierung von Unternehmen hält.

Würden Sie unseren Lesern bitte ein wenig von Ihrer  Karriere erzählen? Wann haben Sie (Web-)Programmierung zum Beruf gemacht und wie haben Sie Magento entdeckt?

Ich habe meine ersten Programme schon mit 8 oder 9 Jahren geschrieben und bin quasi mit Computern aufgewachsen. Mit 16 Jahren habe ich schließlich meine ersten Websites entwickelt. Nachdem ich mein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen hatte, habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

Als ich 2009 bei der Online-Agentur LimeSoda zu arbeiten begann, waren wir auf der Suche nach einer guten und zukunftssicheren Shop-Software, die über das hinausgeht, was die damals häufig eingesetzten Systeme bieten konnten.

Ich hatte zuvor schon von Magento gehört, das damals noch recht jung war, und schlug vor, uns näher damit zu beschäftigen. Wir haben diesen Schritt nicht mehr bereut und zum Glück auf das richtige Pferd gesetzt.

Warum ist Magento Ihrer Ansicht nach so beliebt? Und warum würden Sie einem Shopbetreiber Magento empfehlen?

Magento hat sich als sehr flexibel in der Nutzung und Anpassbarkeit erwiesen. EntwicklerInnen müssen zwar eine gewisse Einlernzeit einplanen, da es sich um eine umfangreiche und komplexe Software handelt, aber danach wird man mit einer Flexibilität belohnt, die einem viele Türen öffnet.

Shopbetreiber profitieren von Magento, weil nahezu jede Branche bedient werden kann und sowohl mittelkleine lokale als auch große internationale Unternehmen damit arbeiten können. Magento kann mit HändlerInnen mitwachsen und sich an ihre/seine Wünsche anpassen.

Ist Magento für internationale Shops geeignet? Warum (nicht)? Und was denken Sie über neue Entwicklungen wie eine Plugin-API für Übersetzungen?

Magento ist auf jeden Fall für internationale Shops geeignet. Lokalisierbarkeit und Internationalisierbarkeit sind von Haus aus gegeben. Durch das Multi-Store-Konzept lässt sich so ein Webshop für verschiedene Zielmärkte etablieren.

Eine Plugin-API für Übersetzungen ist eine interessante Idee, weil maßgeschneiderte Inhalte  in der Sprache des Kunden ein wichtiger Faktor für gute Konversionsraten ist.

Auf welche Schwierigkeiten stößt man beim Erstellen eines (Magento-)Shops  Ihrer Meinung nach am häufigsten? 

Als Händler sollte man auf jeden Fall mit einem technischen Dienstleister zusammenarbeiten, der bereits Magento-Erfahrung hat. Dadurch beugt man Problemen vor, über die man in Zusammenhang mit Magento früher öfters gehört hat, nämlich dem Hardware-Hunger und der Komplexität.

Allgemein darf man nicht die Komplexität unterschätzen, die der Betrieb eines (Web-) Shops plattformunabhängig mit sich bringt und dass man ständig am Shop, den Inhalten und seinem Angebot arbeiten muss, um erfolgreich zu sein.

Wie sieht die Zukunft des E-Commerce aus? Wie wird sich Magento diesen Veränderungen anpassen?

Wir erleben neben der Internationalisierung. dass immer neue Geschäftsmodelle und Vertriebswege entstehen, sich offline und online stärker verbinden, der B2B-Handel an Stellenwert gewinnt und sich der gesamte Geschäftslebenszyklus von Marketing und Vertrieb über den Webshop bis zur Logistik und Nachbetreuung der Kunden (Retouren etc.) professionalisiert.

Wir dürfen noch für dieses Jahr Magento 2 erwarten, welches den Shop-BetreiberInnen durch bessere Anpassbarkeit, Stabilität, Performance, Modularität und neue Features weitere Anreize bietet. (Fast) jedes Feature soll über externe Schnittstellen ansprechbar sein, was die Verzahnung mit anderen Systemen und die Optimierung der oben genannten Prozesse erleichtert.

(Bildnachweis: limpido / Shutterstock.com)

Über den Autor: Matthias Zeis

Matthias Zeis ist seit 2009 Magento-Entwickler und seit 2011 zertifiziert. Er bloggt unter www.matthias-zeis.com und arbeitet als technischer Projektleiter und Web-Developer bei LimeSoda in Wien.