eCommerce Trends 2015: Rechtschreibfehler in Keywords?

Die Suchmaschine Google ist auf Qualität ausgerichtet: Qualität der Inhalte, Qualität der Website-Architektur, Qualität der Backlinks. Webseiten mit schlechten Inhalten, beispielsweise von anderen Seiten herauskopierte Textinhalte werden bestraft. Aber kann Google auch Rechtschreibfehler erkennen und zum Kriterium für eine Rankingposition machen?

Wahrscheinlicher ist, dass Besucher nicht lange auf einer Webseite verweilen, die vor Rechtschreibfehlern nur so strotzt. Deswegen vermittelt diese Seite Google eine hohe Absprungrate. Die Suchmaschine wird daraus schließen, dass die Inhalte nicht den Erwartungen der Suchenden entsprechen.

Aus diesem Grunde weisen wir in diesem Blog auch gern darauf hin, wie sinnvoll es ist, sich um eine gute Qualität der Inhalte zu bemühen und großen Wert auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik zu legen. Schließlich weckt dies das Vertrauen der Leser und potenziellen Kunden und vermittelt Kompetenz und Seriosität.

Nun scheint sich aber ein ganz anderer E-Commerce-Trend zu entwickelt: Der bewusste Einsatz von Rechtschreibfehlern. Ja, Sie lesen richtig. Häufig schleichen sich beim Eingeben der Suchbegriffe Rechtschreibfehler ein, beispielsweise „Waschmaschiene“ statt „Waschmaschine“.

Einige Webseitenbetreiber nutzen diese Fehler bewusst aus, um mehr Besucher auf ihre Webseite zu locken. Sie begeben sich beispielsweise bei Google Adwords gezielt auf die Suche nach klassischen Rechtschreibfehlern, weil diese noch nicht so hoch im Wettbewerb stehen, dadurch bessere Trefferquoten erzielen und so ein höheres Suchmaschinenranking erreichen. Diese Suchbegriffe werden anschließend absichtlich mit den Rechtschreibfehlern in die Webseite eingebaut.

Kurzfristig könnte diese Methode vermutlich zum gewünschten Erfolg führen. Ob sich diese Strategie als einer der neuen eCommerce Trends 2015 etabliert, ist fragwürdig. Schließlich handelt es sich hierbei um eine bewusste Manipulation, die den Richtlinien von Google widerspricht und zum Ausschluss der Webseite führt.

Empfohlen wird hingegen die Verwendung mehrerer Schreibvarianten und Kombinationen der Suchbegriffe auf einer Seite. Gerade bei Kombinationen von Suchbegriffen wird es schwierig, da sie sich grammatikalisch oft nicht miteinander in Einklang bringen lassen wie „trends digital marketing“. Das ist zwar eine beliebte Kombination von Suchbegriffen, aber sie müssen auch in einen Text eingebaut werden, der von Suchmaschinen ausgewertet wird.

Wie lässt sich daraus ein sinnvoller Satz formen, der die Webseite hochwertig klingen lässt? Genau das ist der Punkt, warum schwer verwertbare Keyword-Kombinationen ein hohes Suchvolumen und zugleich wenig Wettbewerb aufweisen – also erstrebenswert sind.

Wer Schreibvarianten vermeiden will und wohlformulierte Sätze auf einer Webseite bevorzugt, kann Keyword-Varianten in verschiedenen Unterseiten der Website verwenden und diese für Suchmaschinen optimieren.

Auf keinen Fall sollten Sie sich bei der Auswahl Ihrer Keywords zur Suchmaschinenoptimierung auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Lassen Sie sich am besten von Experten unterstützen. SEO-Übersetzungen sind zwar teurer als klassische Übersetzungen, aber sie benötigen auch viel mehr Zeit, SEO-Wissen und analytisches Denken. Auch Lektoren müssen darüber informiert werden, wenn es sich bei der Übersetzung um eine SEO-Übersetzung handelt, damit die sorgfältig ermittelten und in Sätze gefassten Keywords nicht verändert werden.

Sicherlich steckt viel Arbeit in der Suchmaschinenoptimierung, aber es lohnt sich – und bewusste Rechtschreibfehler in Keywords werden sich als E-Commerce-Trend wohl kaum durchsetzen.

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