Der stetige Aufstieg des M-Commerce

1985 prophezeite Vodafone, dass es etwa eine Million Mobiltelefone geben würde. Gemeint war damit allerdings nicht eine Million Handys pro Monat oder Jahr oder in einer bestimmten Region – die Prognose bezog sich auf den weltweiten Markt. Und so war es vielleicht auch nicht weiter verwunderlich.

Die ersten Modelle ähnelten von der Größe und dem Gewicht her Ziegelsteinen und das tragbare Motorola kostete über 4.000 Euro. Das Mobilfunknetz war damals äußerst lückenhaft und das Internet steckte noch in den Kinderschuhen. Seinerzeit war es unvorstellbar, dass wir eines Tages alle in der Lage sein würden, uns via Mobiltelefon mit dem Internet zu verbinden.

30 Jahre später gibt es Mobiltelefone auf der ganzen Welt in Hülle und Fülle. Einem UN-Bericht zufolge benutzen sechs der sieben Milliarden Menschen, die auf der Welt leben, ein Mobiltelefon. Am Beispiel von Großbritannien wird die Entwicklung deutlich: 71,7% der Einwohner besitzen Smartphones, mit denen sie zunehmend im Internet suchen, surfen und shoppen. Die meisten Online-Shopper bevorzugen zwar noch immer ein Laptop oder einen PC, um ihre Einkäufe im Internet zu tätigen. In Großbritannien nutzten 81% den PC für Online-Einkäufe, 11 % das Smartphone und 8 % ein Tablet. In Europa bevorzugen insgesamt 88 % der Einkäufer den PC und nicht Mobilgeräte. Aber die kleinen Bildschirme kommen immer häufiger zum Einsatz und rücken das Mobile Business zunehmend in den Mittelpunkt.

Eine Marktforschungsstudie von RetailMeNot, einem globalen Marktplatz für digitale Angebote, aus dem Jahr 2015 ergab, dass in Europa rund 45 Milliarden Euro ausgegeben werden – ein gewaltiger Sprung um 88,7 % von 23,8 Milliarden, die 2014 ausgegeben wurden. Der Anstieg der Anzahl an Einkäufen über den PC wird auf lediglich 6 % geschätzt.

Der kontinuierliche Zuwachs an Smartphone-Nutzern und Internetzugängen hat beispielsweise in Großbritannien dazu geführt, dass in diesem Land erstmals weltweit mehr Geld in digitale Werbezwecke investiert wurde als in die anderen Werbekanäle insgesamt.

Bill Fischer, Analyst bei eMarketer, dazu: „Der digitale Sektor überschreitet im Vereinigten Königreich die 50-Prozent-Grenze – ein bedeutender Moment für die Werbebranche. Das Vereinigte Königreich ist bekannt für seine offensive Umsetzung von Online-Werbung und seine schnelle Anpassung an mobile Werbestrategien.“

Optimierung auf mobile Endgeräte

Jüngst gab Google die Änderung seiner Algorithmen bei mobilen Suchmaschinenergebnissen bekannt, wobei jene Websites bestraft werden, die nicht für die Nutzung auf mobilen Endgeräten optimiert sind. Auch die Kunden fordern ein unkompliziertes, störungsfreies Nutzererlebnis. Die „404“-Fehlermeldung will niemand mehr sehen und die Nutzer erwarten, dass sich Websites zügig aufbauen und korrekt dargestellt werden.

Keywords können bei der Suche über Mobilgeräte anders ausfallen. Achten Sie darauf bei Ihrer Keyword-Recherche und optimieren Sie Ihren Content entsprechend. Blockieren Sie besser weder JavaScript noch CSS oder Image-Dateien, da Smartphone GoogleBot und andere mobile Webcrawler dieselben Inhalte sehen wollen wie die Nutzer. Zudem kann es sinnvoll sein, Flash zu vermeiden, da dies die Seitenladezeit erhöhen kann und von Apple nicht unterstützt wird. Das bedeutet, dass Seiten mit Flash auf iPhones nicht korrekt dargestellt werden.

Wenn Sie international tätig sind, werden Sie Ihren Content sicher lokalisieren. Auf mobilen Endgeräten kann dies zum Problem werden, weil die Displays kleiner sind und das Platzangebot begrenzt ist. Bei einigen Skripten (beispielsweise bei der Schriftsprache) können mehr oder weniger Zeichen notwendig werden, um dieselbe Information darzustellen. Bei der Erstellung von Auswahlmenüs und anderen Einstellungen kann dies von entscheidender Bedeutung sein.

Fehlerhafte Weiterleitungen können zusätzliche Probleme aufwerfen – ebenso wie ein reaktionsfähiges Webdesign, auch bekannt als Responsive Design. Einige Entwickler bevorzugen nach wie vor getrennte Domains für die Darstellung auf dem PC und auf mobilen Endgeräten. Dies hat gewisse Vorzüge, insbesondere dann, wenn Sie Funktionen und Features für die PC-Nutzung einbauen möchten, die auf Mobilgeräten nicht funktionieren würden. Responsive Design gewinnt allerdings zunehmend an Bedeutung. Im Wesentlichen wird hierbei erkannt, welche Art von Mobilgerät genutzt wird, damit die Seite optimal und im richtigen Format auf dem Display dargestellt werden kann. Separate Websites für die PC- und Mobilnutzung werden somit überflüssig.

Nutzung einer voreingestellten Plattform

Wenn Sie den E-Commerce-Markt erobern wollen, profitieren Sie von einer E-Commerce-Plattform, die genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Diese enthält alle vollständig einstellbaren Features, die Sie für den M-Commerce, also den elektronischen Handel unter Verwendung mobiler Endgeräte, benötigen, um Ihren Onlineshop einzurichten. Viele dieser Features stehen kostenlos zur Verfügung – zumindest die meisten Grundkonfigurationen – und können durch kostenlose oder kostenpflichtige Erweiterungen und Themes noch individueller angepasst werden.

Die großen Namen am Markt wie Magento, Shopify, BigCommerce, Woo Commerce und Spree Commerce bieten mittlerweile alle mobiltaugliche Storefronts, also digitale Schaufenster, an. Magento und Woo Commerce bieten eine Reihe Responsive-Design-Themes an, die die Optimierung auf verschiedene Geräte rasch und unkompliziert ermöglichen. Sie können Erweiterungen in Ihre Website integrieren, die umfassende Funktionen enthalten wie die Übersetzung Ihrer Inhalte in verschiedene Sprachen.

E-Commerce ist ein globales Phänomen und immer mehr Menschen greifen zu ihren mobilen Endgeräten, wenn sie Onlineshops betreten wollen. Wenn Sie Ihre Website nicht für das Mobile Business fitmachen, könnten Sie womöglich den Anschluss verlieren.

(Bildnachweis: Sergey Nivens/Shutterstock.com)